Das Sommerfest 2017- Hauptsache Wasserpistolen

Gastbeitrag von Katharina Kunert

sommerfest
Kamfu mir helfen?“ fragt der Elefant

„Pssst, Eltern – ihr seid zu laut!“ Beim Taka-Tuka-Land-Sommerfest tauschen Eltern und Kinder die Rollen.

Gespannt sitzen rund 20 Kinder jeden Alters auf ihren Stühlen und lauschen konzentriert Eliyah, der mit verstellter Stimme aus dem Kinderbuch-Klassiker „Wo die wilden Kerle wohnen“ vorliest. Wenn er brüllt wie ein wilder Kerl zucken die Kinder zusammen – wenn es spannend und gefährlich wird rücken die Kleinen vor Spannung an den Rand ihrer Stühle. In ihren bunt geschminkten Gesichtern breitet sich erst ein erleichtertes Lachen aus, als der kleine Protagonist wieder in Sicherheit ist. Dann dürfen sie selbst ran – mit Puppen spielen sie die Geschichte des nächsten Kinderbuchs nach und bangen bei Wettrennen und -Namenschreiben um den Sieg ihrer Gruppen: Die Gruppe, deren Mitglieder als erstes ihre Namen eigenhändig nacheinander auf eine Tafel geschrieben hat, gewinnt. Als eine Gruppe schon in Siegesjubel ausbrechen will wird es plötzlich spannend: Wer ist dieser „RIFO“ der sich vorne auf der Tafel verewigt hat?

Dann die Erleichterung: Gruppenmitglied Ofir hat auf die Schnelle einfach in Spiegelschrift geschrieben – bei so viel Deutsch und Hebräisch auf einem Haufen kann man eben schnell mal durcheinander kommen.

Doch genau dafür sind sie hier: Um deutschsprachige Freunde zu finden und auf deutsch lesen und schreiben zu lernen – so wie Tommy (8) und Mia (5), Hellas Kinder. „Vor allem Musik hilft Kindern beim Sprachen lernen“, sagt sie – „Obwohl Kinder auch ganz flexibel sind, Wörter zu singen, die sie nicht verstehen, da helfen dann entsprechende Bewegungen“.

Auch Julia hat das Sommerfest gefallen: „Das Programm war wirklich gut – und ohne Programm geht gar nichts“, sagt sie.

Und für Felicitas ist eines klar: „Wasserpistolen müssen immer dabei sein“.

Zuerst erschienen auf http://idach.org.il/taka-tuka-land

Die Kaltherzigkeit der Ertappten

Lizas Welt

Rolf Verleger, Gemma Pörzgen und Sandra Maischberger in der Talksendung »Maischberger«, 21. Juni 2017 (Screenshot)Der WDR und Arte haben den derzeit besten und wichtigsten Film zum Antisemitismus in Europa nach langer Weigerung schließlich ausgestrahlt – und sich dabei massiv und auf bizarre Weise von ihm distanziert. Anders, als die Sender behaupten, hatte das jedoch weder journalistische noch handwerkliche Gründe, sondern handfeste politische. Zur Rekapitulation und Einordnung eines veritablen Skandals.

Am Ende wurde sie dann doch noch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt, die Dokumentation »Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa« von Joachim Schroeder und Sophie Hafner. Danach hatte es lange Zeit nicht ausgesehen, nachdem der deutsch-französische Sender Arte, für den der Film ursprünglich produziert worden war, eine Ausstrahlung kategorisch abgelehnt hatte – trotz der Abnahme durch die zuständige, zum Westdeutschen Rundfunk gehörende Redakteurin Sabine Rollberg. Für die Weigerung hatte Arte zunächst offiziell formale Gründe geltend gemacht: Die Dokumentation, so hieß es, entspreche »in wesentlichen Punkten« nicht dem vereinbarten Projekt…

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Twitter hat mich ausgesperrt

twittermeise

Update (siehe unten)!

Es ist passiert! Twitter hat mich gesperrt. Mein Profil ist zwar noch einsehbar, aber ich darf selbst nicht mehr darauf zugreifen, bis ich obigen Tweet lösche.

Um herauszufinden, was mir eigentlich vorgeworfen wird, hat Twitter mir erst mal eine gültige Mobilfunknummer abgepresst, an die ein Freischaltcode geschickt wurde. Das hat mich geärgert. Ich wollte eigentlich nicht, dass dieses Unternehmen diese Information von mir bekommt.

grishnakh
stirb du Ork!

Dann habe ich mich geärgert, dass sie diesen Tweet bemängeln. Amalek ist ein biblisches, längst vergessenes Volk und darum ging es auch in der theologischen Diskussion um diesen Tweet herum. Diesen Tweet als Aufforderung zur Tötung zu verstehen, ist also in etwa so, als würde man mir das vorwerfen, wenn ich den Tod aller Orks auf Mordor fordere.

 

Meine Frau hat meine Sperrung getwittert. Daraus entstand eine lange Diskussion mit überwiegend aufgebrachten Kommentaren.

Ich habe mich aber schnell wieder beruhigt: Der arme Mensch bei Twitter, der diese Sperrungen verantworten muss ist offenbar nicht bibelfest. Das kann ich ihm beim besten Willen nicht vorwerfen. Und auch wenn er aus der Diskussion hätte herauslesen können, dass ich keinen existenten Menschen meine, so ist sein Arbeitspensum wahrscheinlich zu hoch für solche Spitzfindigkeiten. Es handelt sich hier also um ein klassisches False-Positive.

False-Positives kommen vor

False-Positives kommen unweigerlich vor: Unschuldige vor Gericht, die verurteilt werden, ein Virenscanner, der eine Datei fälschlicherweise löscht oder eben eine Klassifizierung eines Facebook-Posts oder Tweets. Die Frage ist also nicht, wie man sie verhindert, sondern wie man damit umgeht.

Maas Gesetz gegen Hatespeech

Das Gesetz gegen Hatespeech im Internet, das Heiko Maas durchsetzen will und am kommenden Montag beschlossen werden soll, soll dafür sorgen, dass „schlimme“ Posts und Tweets schnell gelöscht werden. Es sind Zeitrahmen gesetzt, wie schnell gelöscht werden muss und Strafen angesetzt, falls ein Netzwerk dem nicht nachkommt. Es wird also der Platformbetreiber bestraft für die Gesetzesbrüche seiner Nutzer, die er auch noch selbst und ohne richterlichen Beschluss erkennen soll. Das ist grober Unfug und wird hoffentlich vor dem Verfassungsgericht scheitern.

Und es wird dazu führen, dass eher ein Post zu viel als einer zu wenig gelöscht wird. Die Rate an False-Positives wird also steigen, aber das Gesetz sagt nichts darüber aus, wie damit umgegangen werden soll.

Ungleichheit vor dem Gesetz

Das führt zu einer Ungleichheit vor dem Gesetz. Als Nutzer habe ich den Schaden, so wie in diesem meinen Fall, und kein Gesetz auf meiner Seite.

Ich habe mich bei Twitter über das Aussperren aus meinem Account beschwert. Um 21:19 Uhr am Samstag Abend bekam ich die Bestätigung. Man versprach mir, die Sache innerhalb von sieben Tagen zu klären.

Das Maas Gesetz spricht von Stunden.

twitter_follow_after_lock1
neue Follower trotz Sperre 😜

Ich sehe das ganze jetzt als Experiment. Wie lange wird Twitter brauchen, bis sie ihren (verzeihlichen) Fehler einsehen und beheben? Werden sie es jemals tun? In spätestens sieben Tagen gebe ich auf und lösche den Tweet. So eine Twitterpause hat auch was. Ich entspanne mich bis dahin etwas. Bis bald!

Update 2. Juli 2017

Ich habe auf den Knopf zum Löschen des Tweets gedrückt, nachdem Twitter sich nicht nur nicht gemeldet hat, sondern meine Beschwerde einfach sang und klanglos geschlossen hat.

Natürlich hat der Löschknopf eine rein erzieherische Funktion. Gelöscht war der Tweet ja schon längst.

Ich war bisher sehr gerne auf Twitter unterwegs. Aber die Lockerheit ist jetzt weg. Ich werde wohl unbewusst Selbstzensur üben und nie wieder „falsche“ Worte benutzen.

 

Tachles: Religionskritik im TV

Im Tachles ist nach einer Pause mal wieder ein Text von mir erschienen. Es geht darin um Religionskritik von aussen. In dem Zusammenhang wende ich mich direkt an Markus Lanz, der Hamed Abdel-Samad in seiner Sendung zu Gast hatte:

Lieber Herr Lanz: Was wissen Sie schon vom Islam, dass Sie glauben, einem Gelehrten und Opfer dieser Religion die Leviten lesen zu müssen? Das ist doch eine religiöse Argumentation!

https://tachles.ch/news/religionskritik-im-tv

Hier der Link für Mobiluser.

Jennys News Channel – Episode 1

Eine Arte-Doku über 20.000 nackte ultra-orthodoxe Hühner aus Tel Aviv, die in Kentucky vor der Mauer über vier Antisemiten aus Brooklyn auf der Gay-Pride klagen!

Oder war es doch andersherum? Habe ich etwa etwas durcheinander gebracht? Findet es heraus, in den Jenny News, Episode 1. Nachrichten aus meiner Sicht!