Corona Rosch HaSchanah

Schofar im Monat Elul

Israel befindet sich im zweiten Lockdown zu den Hohen Feiertagen, auch wenn es ein „Lockdown-light“ ist verglichen mit dem ersten. Aber auch die Zeit zwischen den Lockdowns war von Corona Einschränkungen geprägt und das betraf natürlich auch die Synagogen, die nur mit Hygienekonzept arbeiten durften.

Ich bete normalerweise mindestens Montags und Donnerstags und zu besonderen Tagen in der Synagoge das Morgengebet. An diesen Tagen wird aus der Torah gelesen. Ansonsten bete ich auch gerne mal zuhause. Die Faulheit siegt. Während der Corona-Zeit brauche ich keine Faulheit mehr. Stay home heisst die Devise und so habe ich mein Morgengebet komplett in die eigenen vier Wände verlegt.

Doch im Monat Elul, der dieses Jahr auf August und September gefallen ist, bin ich in der Vergangenheit jeden Morgen brav in die Synagoge gegangen. Denn nicht nur ist uns im Monat Elul G’tt spirituell am nächsten ist, es ist auch der Monat des Schofarblasens. Das Horn des Widders, das an die Opferung Isaaks erinnert, den G’tt als Opfer von Abraham verlangte und ihn verschonte und Abraham dann einen Widder an seiner Statt geopfert hat. Den täglichen Klang des Horns wollte ich nicht verpassen. An Rosch HaSchanah ist der Höhepunkt des Schofarblasens, an dem minutenlang genau festgelegte Tonfolgen geblasen werden.

Aus der Not macht Mensch gerne eine Tugend. Ich kaufte mir also einen Schofar in einem der vielen Läden hier im Ort, die Judaica, also Bedarf für den Religiösen Mensch anbieten und übte. Am Anfang klang das noch schwierig.

Schwer ist jeder Anfang

Doch ich übte jeden Morgen und nach drei Wochen klang es schon deutlich besser.

Schon besser…

Rosch HaSchanah kam und mit ihm der Lockdown. Unsere Gemeinde hat ihre Beter in vier Gruppen unterteilt, zu denen man sich vorher anmelden musste. Ich habe draussen vor dem Gebäude gesessen und zum Gebet am ersten Tag Rosch Haschanah, der auf den Schabbat viel, sehr geschwitzt. Am Schabbat wird kein Schofar geblasen. Der Gabbai (Synagogendiener, der das Gebet organisiert) kam am Abend des ersten Tages zu mir und fragte mich, ob ich Schofar blasen könne. Derjenige, der eigentlich blasen sollte, wurde von der Polizei in die Quarantäne geschickt. Am Schabbat.

Kurzfristiger ging es nicht. Ich dachte: Ok, wenn Not am Mann ist, bin ich da (Frauen dürfen bei uns Orthodoxen leider keinen Schofar blasen). Ich brachte meinen Schofar am nächsten Morgen mit zum Gebet, bekam einen weissen Kittel übergeworfen und wurde an das Gebetspult gestellt. Dieser Kittel sieht aus wie eine Mischung aus Malerkittel und Schlafanzug und wird üblicherweise von Vorbetern und Schofarbläsern getragen. Ich sprach die Gebete für den Schofarbläser und die Segenssprüche und die Gemeinde wiederholte sie. Ich war aufgeregt. Mein Hebräisch ist okay, aber ich habe da Texte vorgelesen, die ich noch nie gelesen habe.

Nach den ganzen Segenssprüchen kamen dann die Schofartöne. Ich blas. Und blas. Und machte dabei Fehler und musste wiederholen. Der Gabbai war gnadenlos. Ich wurde nach einigen Tönen erlöst und von einem anderen Beter abgewechselt, der mit gleich zwei Schofarhörnern erschienen ist.

Ich hätte gerne noch mehr Töne geblasen, zumindest zum Schluss. Der Gabbai hatte das in Aussicht gestellt und dann kurzfristig umentschieden. Ich war ein wenig geknickt.

Zuhause erwartete mich meine Frau Jenny und die Kinder. Sie war zum ersten Mal überhaupt zu Rosch HaSchanah nicht in der Synagoge. Ich blas also für sie den Schofar. Aber nicht nur für sie. Unser Nachbar, der auch in Quarantäne ist, wollte ihn auch hören. Ich stand also auf dem Balkon, der Nachbar sprach die Segenssprüche und ich blies, bis mir die Lippen brannten. Die ganze Nachbarschaft hörte zu. Es gab Rufe der Zustimmung und sogar Applaus. Ich war zufrieden und hatte vergessen, dass ich kurz zuvor noch geknickt war wegen der Auswechslung.

Während des darauf folgenden wohlverdienten Mittagsschlaf klopfte es plötzlich an der Tür. Zwei mir völlig unbekannte Frauen standen dort und sagten: „Wir haben dich vorhin so schön Schofar blasen gehört. Wir sind unten im Hof mit jemandem, der so gerne den Schofar hören will und im Rollstuhl sitzt. Kannst Du kurz herunterkommen und für ihn blasen?“ Ich zögerte kurz (auch in Israel gibt es Mittagsruhe, und der Schofar ist laut!) und dann kam ich mit runter. Es war doch eine wichtige Mitzwah! Ich erwartete einen Alten im Rollstuhl, aber ich fand ein junger Mann Anfang zwanzig vor. Zwei Schläuche kamen aus seinem Kopf, der in einem Verband steckte und die Schläuche endeten in einer Aparatur. Der junge Mann konnte kaum sprechen oder gehen. Ich kam zu ihm (2m Abstand…) und als er mich sah, bestand er darauf, gestützt zu werden und aufzustehen, während ich den Schofar blase. Und ich blies und mir kamen dabei die Tränen.

Ich bin so froh, dass ich mir vor einen Monat den Schofar gekauft habe und gelernt habe, ihn zu blasen. Ich konnte Menschen damit berühren und wurde berührt. Und meine Kinder haben Rosch HaSchanah auch viel direkter erlebt als in den Jahren davor. Denn auch sie durften mal probieren, aus dem Horn einen Ton zu quetschen und waren dabei sogar relativ erfolgreich. Auch meine kleine Tochter! Orthodox hin oder her.

Gedenken in Lollar an den Fremden Juden

In Lollar, einem beschaulichen Städtchen nördlich von Giessen, stand mal eine Synagoge. Bis sie zerstört wurde. Jetzt, 80 Jahre später, will man an ihrer Stelle eine Gedenktafel aufstellen. Lokalpolitik hat schon häufig Stilblüten getrieben und ich will mich auch gar nicht über Parteien und was sie dort tun aufregen. Es geht um die Sache.

Um die geht es auch den Lokalpolitikern vor Ort. Einer von der CDU, Herr Markus Wojahn, hat mich auf Twitter angesprochen und mich nach meiner Meinung zu den Vorschlägen für die Inschrift gefragt. Diese drei Sprüche wurden diskutiert:

  1. Hier Stand in der Zeit von 1848 bis November 1938 die Lollarer Synagoge.

    Zur Mahnung und Ermutigung der heutigen und zukünftigen Generationen, zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenhass.
  2. Im Hinterhof der Gießener Straße 23 stand ab 1848 die Lollalrer Synagoge, die während des Progroms (sic!) im November 1938 von den Nationalsozialisten zerstört wurde.

    Zur Mahnung und Ermutigung der heutigen und zukünftigen Generationen, zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenhass.
  3. Im November 1938 wurde hier die in 1848 errichtete Synagoge der jüdischen Gemeinde Lollar durch den nationalsozialistischen Terror zerstört.
    Wir gedenken aller Opfer von Antisemitismus, Rassismus und politischer Verfolgung.
    Es ist und bleibt unsere Verpflichtung:
    Nie wieder sollen Menschen wegen ihrer Religion, Nationalität, Hautfarbe und politischer Gesinnung verfolgt werden oder gar ihr Leben lassen müssen.

Ich muss, denke ich, nicht betonen, dass ich alle drei Vorschläge indiskutabel fand. Sie machen Juden zu Fremden und missbrauchen das Gedenken an den eliminatorischen Antisemitismus für Allgemeinplätze gegen Ismen jeglicher Art.

Wir telefonierten, waren der Meinung, dass das so nicht sein kann und er kam mit meinen Argumenten im gestärkten Rücken zurück in die Verhandlung um die Gedenktafel. Die Zeitung „Giessener Allgemeine“ berichtete darüber und nannte dabei auch meinen Namen.

Auch Volker Beck mischte sich auf meine Bitte hin ein und schrieb seinen Parteikollegen vor Ort eine Nachricht. Der Grünen-Lokalpolitiker Wolfgang Haußmann recherchierte daraufhin meine Email-Adresse und schrieb mir:

[…] Wir Grünen Lollar haben unmittelbar nach dem Attentat in Halle die dringende Notwendigkeit gesehen, die Gefahr eines wieder erstarkenden Antisemitismus in Deutschland u.a. durch das Aufstellen einer Gedenktafel am Ort der ehemaligen Synagoge deutlich zu machen. […]
Wenn Sie sich nun den Formulierungsvorschlag Nr. 3 ansehen, werden Sie erkennen, dass dort von Antisemitismus geredet wird, UND von anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die sich im Nationsozialismus verwoben. Dabei soll auf keinen Fall die unermessliche Grausamkeit und Ausmaß der Shoa verkleinert werden. […]

Hier ist meine Antwort:
Ich finde es natürlich richtig, eine Tafel aufzustellen. Das Ausmass der Zerstörung jüdischen Lebens in Deutschland muss sichtbar gemacht werden. Das Projekt „Stolpersteine“, von denen mWn. auch in Lollar welche verlegt wurden, erreicht dieses Ziel sehr gut. Auch hier gibt es Kritikpunkte, aber die Mahnung vor der Vergangenheit wird hier nicht durch plumpe Aufrufe produziert, sondern durch Wiedergabe von Fakten. Wer durch diese Fakten nicht von selbst auf die Idee kommt, dass ein unglaubliches Verbrechen in Deutschland passiert ist und wer erst durch schlaue Sprüche daran erinnert werden muss, dass man Menschen nicht aufgrund von egal welchen Merkmalen in KZs sperrt und vergast, der wird es auch mit erhobenem Zeigefinger nicht verstehen. Daher empfehle ich, anders als im dritten Vorschlag, die Fakten zur Synagoge so detalliert wie möglich darzustellen. Wann erbaut, von wie vielen Juden regelmässig zum Gebet genutzt, wer war der oder die letzte Gemeindevorsteher*in, was ist mit ihm oder ihr und dem Rest der Gemeinde passiert, wann wurde das Gebäude zerstört und von wem („Lollener Nationalsozialisten“ wäre wahrscheinlich die ehrlichste Beschreibung) und dann noch, was auch immer der Historiker, mit dem Sie zusammenarbeiten, noch alles herausfinden kann. Die schonungslose Offenlegung aller Fakten ist wirkmächtiger als alle zur Mahnung rufenden Sprüche.

Herr Haußmann war nicht so ganz meiner Meinung, wie eine weitere Email von ihm bewies. Und das ist sein gutes Recht. Ich finde aber dennoch, dass er sich irrt und das auf dem Rücken der Juden. Auch auf meinem Rücken, denn auch wenn ich ein Konvertit bin, so bin ich auch ganz ohne Rabbinatsbrief ein direkter Nachkomme von Shoah-Opfern.

In Lollar wird noch diskutiert und lokalpolitisiert. Ich wünsche den Menschen dort, dass sie eine Lösung finden, die Juden weder missbraucht noch zu Fremden im Land macht. Die Diskussion läuft und braucht diesen meinen Blogpost hoffentlich nicht mehr.

Aber es gibt noch viele Ruinen von Synagogen in Deutschland, die bis heute brach liegen oder anonym überbaut wurden und mindestens eine Gedenktafel verdienen. Und dort sollen sie die Fehler aus Lollar bitte nicht wiederholen.

Begabten-Programm in Israel

Heute war das Info Treffen für das Begabten-Programm.

Unser Levi ist in das Top-Programm reingekommen, wo 2% derjenigen sind, die den zweiten Begabten-Test machen durften.

Nur diese kleine Gruppe bekommt einen Vormittag in der Woche anstatt Schule ein Programm mit 5 Lehrern. Es sind 18 Kinder der 3ten Klasse in diesem Programm aus der ganzen Region.

Natürlich sind wir stolz. Es war aber auch jahrelange Arbeit, seine Talente zu Hause zu fördern.

Wir freuen uns aber vor allem, dass er seine besonderen Fähigkeiten noch mehr ausleben kann und mit Kindern zusammen ist die auch anders sind. Diese Kinder haben es meistens sozial nicht einfach.

Fun fact: es waren heute bei dem Treffen mehr Mädchen als Jungs. Mal sehen, wie es in der gesamten Gruppe (18) aussieht.

Er wird 7 Jahre lang in diesem Programm sein. Die Fächer im ersten Jahr beinhalten unter Anderem Mathe, Zoologie, Archäologie, und mehr. Die Archäologie Lehrerin erzählte, dass sie echte Archäologische Ausgrabungen in ganz Israel dieses Jahr besuchen werden.

Ich bin mega glücklich und auch aufgeregt. Ich hoffe sehr, dass ihm dieses Programm gut tun wird. In jedem Fall hat er uns Eltern und Ari und Rosa, die ihn abgöttisch lieben und unterstützen.

Wenn ihr Lust habt, halte ich euch auf dem Laufenden, was dieses Programm beinhaltet.

Emotionaler Aufruf einer israelischen Anästhesistin

Menschen!!! Freunde und nicht-Freunde !!!
Ich bin Anästhesistin. Ich bin 51 Jahre alt und habe 25 Jahre Berufserfahrung. Ich arbeite bei den Ops und in der Entbindungsstation. Ich liebe meinen Job sehr. Ich weiß nicht, ob ich an Corona erkrankt war oder nicht, weil ich meinen Zustand nicht verstehe und nicht mehr unterscheiden kann – ist es angesammelte Müdigkeit oder Symptome von Corona.


Wir Ärzte waren schon lange nicht mehr im Urlaub. In der ganzen Zeit hatten wir die Möglichkeit, zusätzlich zu zwei freien Tagen, zwei Tage Urlaub zu machen. Um unser Gehirn ein wenig frei zu kriegen und etwas Schlaf zu bekommen. Wir sind 25-26 Stunden ohne Schlaf oder Ruhe im Dienst. Nach dem Dienst sehen wir aus wie Zombies. Meine Kollegen, die kleine Kinder haben, können nicht normal mit ihnen kommunizieren und am Tag nach dem Dienst auf die Familie fokussieren. Leider sind wir nach dem Dienst völlig am Ende.


Jetzt hat die Anzahl der Patienten mit Corona zugenommen. Es nahm deutlich zu, im April gab es weniger Patienten. Wir arbeiten in Schutzkleidung – dies ist ein wasserdichtes Plastikkleid, Kapuze, OP Maske, Schutzschirm und Handschuhe. So nähern wir uns der Patientin / Frau in den Wehen. Wenn Sie zum Beispiel eine Epiduralanästhesie benötigen, tragen wir ein steriles Kleid und Handschuhe. Im Kreißsaal herrscht die Temperatur von mindestens 25 Grad. Wir sind dehydriert, vor den Augen wird alles Schwarz, Wir sind bis auf die Unterwäsche durchgeschwitzt. Wenn Sie eine Brille tragen, beschlagen diese nach einigen Sekunden. Dabei müssen wir arbeiten, um medizinische Hilfe zu leisten. Weil sie, eine Frau in den Wehen, nicht schuld daran ist, mit dieser verdammten Corona erkrankt zu sein. Weil dies ein verängstigtes Mädchen ist, Ihre Tochter, Frau, Enkelin, Freundin, die Schmerzen hat, die unsere Hilfe braucht, weil wir nicht im Voraus wissen, wie die Geburt verlaufen wird, ob ein dringender Kaiserschnitt erforderlich ist, um sowohl sie als auch das Baby zu retten. Sie, Patienten mit Corona, Frauen in den Wehen, verletzt, mit akuter chirurgischer Pathologie, wie alle anderen, brauchen Aufmerksamkeit, Pflege und Sicherheit. Sie sind keine Aussätzigen. Im Moment hatten sie einfach Pech.


Einige meiner Kollegen wurden krank. Ein paar mehr gingen als Kontakte mit Infizierten in die Isolation. Es gab mehr Arbeit, weil sie herausfielen und andere die „Löcher“ schließen müssen. Die Zahl von uns, die noch arbeiten, nimmt ab und die Last wächst. Wir lieben unsere Arbeit. Wir bemühen uns sehr, alles zu tun, damit Sie nicht an Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen Mangel haben.

Ich habe eine Bitte an Sie. Nur eine menschliche Bitte.

Wenn Sie nachweislich mit Corona infiziert sind, wenn Sie sich in der Isolation befinden oder wenn Ihre Verwandten krank oder positiv sind, wenn Sie nur minimale Symptome haben, verstecken Sie es bitte nicht, wenden Sie sich an eine medizinische Stelle. Damit wir Zeit haben, alle Maßnahmen zu ergreifen, um Sie zu schützen.
Wenn Sie asymptomatisch sind und nicht wissen, ob Sie infiziert sind oder nicht, entfernen Sie bitte nicht die Maske – Sie werden uns dadurch schützen.

Es wurde nachgewiesen, dass die Maske das Infektionsrisiko verringert.

Wir, Ärzte haben keine Angst davor, infiziert oder krank zu werden. Wir haben Angst, in die Isolation zu gehen. Weil wir damit die Arbeitsbelastung unserer Kollegen automatisch erhöhen.

Es macht für uns keinen Unterschied, ob Sie positiv sind oder nicht, unsere Einstellung zu Ihnen wird sich nicht ändern, weil wir alle unter demselben Himmel leben. Aber bitte tun Sie Ihr Bestes, um uns zu schützen.

Ich weiß, dass jeder es satt hat und jeder müde ist. Wir haben es nicht weniger satt. Ich verstehe und weiß, was eine Maske in der Hitze nervt. Mir ist egal, was die Regierung beschließt, ich möchte keine Kontroverse über die Maßnahmen hervorrufen.

Ich und meine Kollegen, wir wollen nicht in die Isolation gehen!!! Weil wir damit unsere Kollegen im Stich lassen und das wollen wir nicht machen! Und weil die Qualität der medizinischen Versorgung darunter leiden wird.

Bitte tun Sie alles, um uns zu schützen, denn wir unser Bestes tun, um Ihnen die Hilfe und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die bereitgestellt werden sollte.
Nur gemeinsam können wir damit umgehen.

Originalbeitrag:

Народ!!! Друзья и не друзья!!!
Я анестезиолог. Мне 51 год и 25 лет стажа. Я работаю в операционных и в родильном отделении. Я очень люблю свою работу. Я не знаю, переболела ли я короной или нет, потому, что я не понимаю и уже не могу отдифференцировать свое состояние – или это накопившаяся усталость или это проявления симптомов.
Мы, врачи, очень давно не были в отпусках. У нас за все время была возможность взять 2 дня отпуска в дополнение к двум дням выходных.чтобы немного переключить мозги и элементарно выспаться. Мы дежурим по 25-26 часов без сна и отдыха. После дежурства мы похожи на зомби. Мои коллеги, у которых маленькие дети, в день после дежурства не могут с ними нормально общаться и уделить внимание семье. Мы недееспособны после дежурства, увы.
Сейчас возросло количество пациентов с короной. Возросло существенно , в апреле их было меньше. Мы работаем в полной защите -это пластиковый водо-воздухонепроницаемый халат, такой же капюшон, маска 95, защитный экран и перчатки. Так мы подходим к пациенту/ роженице. Если нужна манипуляция-эпидураль например, мы сверх этого, надеваем стерильный халат и перчатки. В родильной комнате температура минимум 25 градусов. Мы обезвожены, темнеет в глазах. Мы мокрые до нижнего белья. Если в очках – то они запотевают через несколько секунд. При этом мы должны работать, чтобы оказать помощь. Потому что она, роженица, не виновата в том, что больна этой чертовой короной. Потому, что это испуганая девочка, ваша дочь, жена, внучка, подруга, которой больно, которой нужна наша помощь, потому что мы не знаем заранее, как пройдут роды, понадобится ли срочное кесарево , чтобы спасти и ее и младенца. Они, пациенты с короной, роженицы, травмированые, с острой хирургической патологией, тоже, как и все, нуждаются во внимании, заботе, безопасности. Они не прокаженные. Им просто не повезло сейчас, в данный момент.
Несколько моих коллег заболели. Еще несколько ушли в бидуд как контакты. Работы стало больше, потому что они выбыли и нужно закрывать „дыры“. Количество нас, еще работоспособных, уменьшается, а нагрузка растет. Мы любим свлю работу. Мы очень стараемся сделать все, чтобы вы не почувствовали дефицит врачей, медсестер и акушерок.
У меня к вам просьба. Просто человеческая просьба.
Если вы доказано положительны по короне, если вы в бидуде или ваши родственники больны или положительны, если у вас есть хотя бы минимальные симптомы, пожалуйста, не скрывайте этого, если вынуждены обратиться за мед. помощью. Для того чтобы мы успели принять все меры- надеть полную защиту.
Если у вас нет симптомов и вы не знаете, инфицированы или нет, пожалуйста, не снимайте маску -тем самым вы защитите нас.
Маска доказано уменьшает риск инфицирования.
И еще. Мы не боимся заразиться или заболеть. Мы боимся уйти в бидуд. Потому что автоматически мы увеличим нагрузку на коллег.
Для нас нет разницы, положительны вы по короне или нет, наше отношение к вам не изменится, потому что мы все под одним небом живем. Но, пожалуйста, сделайте все для того, чтобы защитить нас.
Я знаю , что всем все это надоело и все устали. Нам – осточертело не меньше. Я понимаю и знаю что такое маска в жару. Мне глубоко фиолетовы рассуждения по поводу короны. Мне глубоко фиолетово что решает правительство , я не хочу разводить полемику по поводу диаметрально противоположных меры.
Я , и мои коллеги, мы не хотим в бидуд!!! Потому что мы подставим оставшихся, а своих не подставляют! И потому , что качество помощи будет страдать.
Пожалуйста, сделайте все, чтоб защитить нас, потому что мы делаем все, чтобы вам была оказана вся помощь и внимание, которая должна быть оказана.
Только вместе мы справимся.

Nur, dass ihr‘s wisst: Ich bin ]ude.

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Als ich diesen Tweet abgesetzt hatte, ging es mir gar nicht darum, ein Religionsbekenntnis abzulegen. Kein spirituelles Outing auf Twitter. Es ging um etwas ganz anderes, und das erkläre ich hier:

Aber viele haben es als Bekenntnis zum Judentum wahrgenommen und schrieben als Antwort solche Tweets:

„Nur das du es weißt, dass ist mir scheissegal.“

„Und ich Atheist. Und deswegen ist mir das völlig Wumpe!“

Es gab noch viel mehr Antworten, wo andere einfach ihre Sozialisation oder Religion kundgetan haben oder „Ich bin ein Mensch!“ riefen, wohl um mir zu verdeutlichen, dass ich nichts Besonderes wäre mit meinem Jüdischsein.

Und das ist einfach mal falsch. Es ist so falsch, wie auf #BlackLivesMatter mit #AllLivesMatter zu antworten. Es ist nämlich nicht egal, ob jemand Schwarz oder Weiss ist oder ob er Jude, Moslem oder Christ ist. Dass es in einer idealen Welt egal sein sollte, darüber gibt es gar keinen Dissens. Dass in einer idealen Welt alle Leben zählen und Zugehörigkeit zu einer Religion kein Grund für Diskriminierung sein darf und alle Menschen in ihren Rechten und Pflichten gleich sind. Aber unsere Welt ist nicht ideal.

Und in dieser Welt ist es eben nicht egal. Wer Schwarz ist, wird nur auf Grund seiner Hautfarbe diskriminiert. Nachweislich. Das nennt man Rassismus.

Wer Jude ist, ist Teil einer Schicksalsgemeinschaft, die Jahrtausende Mord, Entrechtung und Vertreibung erlebt hat und wird immer wieder mit den miesesten Verschwörungsmythen konfrontiert. Das nennt man Antisemitismus.

Und sowohl Rassismus und Antisemitismus sind heute so aktuell wie eh und jeh und wachsen weiter zusammen mit der Furcht vor Globalisierung, Corona und davor, dank neuer Technologien zu den Abgehängten zu zählen, die nicht mehr schritthalten können.

Sagt mir also nie wieder „Egal“ ins Gesicht, wenn ich aus welchem Grund auch immer sage: Ich bin Jude.

Influencer – wie sie mit wirklich wichtigen Themen umgehen

Früher war es absolut nicht üblich, dass sich nicht-Politiker und nicht-Journalisten zu politischen Themen geäußert haben. Ich bin sehr froh, dass es sich geändert hat. Mittlerweile äußern sich sehr viele Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, zu wichtigen Gesellschaftlichen Ereignissen.
Heute hörte ich die Rassismus Folge des Podcasts von Ann-Katrin Schmitz zu Ende, die ich vor etwa zwei Wochen angefangen habe.

Es ist eine wahnsinnig gute Folge zum Thema Anti-Rassismus auf Social Media. Dort erzählt der Gast, Amaliny, dass sie nach dem Mord an George Floyd und den weltweiten Protesten gegen Rassismus, Social Media Influencer im deutschsprachigen Raum angeschrieben hat und gefragt hast, ob sie etwas zu diesem Thema sagen wollen.

Ich finde, dass es schon fast Pflicht ist, sich in solchen Fällen zu äußern und sich gegen Rassismus zu positionieren, egal wie groß oder klein die Audience ist. Wenn man auch nur ein Paar Menschen mit der Message erreicht hat, ist es toll.

Aber vor allem zeigt es, wie in vielen Krisensituationen, wer Anstand hat und wem es nur ums Geld geht. Während Caro Daur ihrer Millionen-audience tagelang in den Stories auf Instagram Geschichten von BPoC gepostet hat, um auf das Thema aufmerksam zu machen, hat Pamela Reif es verweigert, sich dazu zu äußern.

Tel Aviv und Jerusalem auf Platz 6 im globalen Startup Report

Im diesjährigen Startup Genome‘s Global Startup Ecosystem Report (2020) kamen Tel Aviv&Jerusalem auf den sechsten Platz.
Außerdem stellte der Bericht fest, dass 40% der Startups weltweit durch die Folgen der Corona-Krise gelitten haben.

Auf Platz 1 ist Silicon Valley, dann folgt New York auf Platz 2, London auf Platz 3, Beijing auf Platz 4, Boston auf Platz 5.
Dann folgen Tel Aviv&Jerusalem. Insgesamt wurden 150 Städte mit ihren Startup Ökosystemen beurteilt.

Besonders stark vertretene Bereiche in Tel Aviv&Jerusalem sind AI, Big Data und Analytics und Cybersicherheit.
Jährlicher Export von israelischen Cyber Security Produkten beträgt 6,5 Milliarden Dollar.

Israel hat als erstes Land ein PhD in Cyber Security und besitzt sechs Cyber Universität-Forchungzentren. Das zeigt, wie wichtig die Einbindung der Bildungseinrichtungen in die Startup Szene ist.

Tel Aviv hat nach Silicon Valley die höchste pro Kopf Anzahl an Startups.
Auf der kommunalen Ebene unterstützt die Stadt Tel Aviv die Startups mit etlichen Accelerator Programmen und Innovation-Zentren.

In Jerusalem sind vor allem die Bereiche Bio-tech und AI besonders stark. Auch die Stadtverwaltung von Jerusalem investiert für den Ausbau des Startup Ökosystems. In den kommenden Jahren wird die Stadt 87 Millionen Dollar investieren.

6 Verkaufstrigger, die wirken

Neulich habe ich auf Instagram bei einer Bloggerin etwas zu Verkaufstriggern gelesen, die sie benutzt bzw. die bei ihr wirken. Die Transparenz ist zurzeit sehr beliebt bei Bloggern.
Ich habe die 6 Verkaufstrigger aufgeschrieben, die ich am relevantesten finde, egal ob man ein physikalisches oder digitales Produkt verkauft.

Welche Verkaufstrigger werden von Unternehmen und Selbstständigen benutzt, um mehr Kunden anzuziehen?

  1. Verknappung (nur 10 Produkte übrig)
  2. Vorteil gegenüber dem Konkurrenten (hervorheben, was man gegenüber dem Konkurenten zusätzlich anbietet)
  3. Gemeinschaft (man schafft ein Gefühl einer Gemeinschaft, du gehörst zur Adidas Familie, Influencer geben ihren Communities Namen)
  4. Vorfreude (Apple Produkte sind ein gutes Beispiel dafür. Man gibt immer nur einen Teil der Info und erhöht die Vorfreude)
  5. Zugabe (kostenlos gibt es das und das dazu)
  6. Social proof (bereits 100.000 Menschen haben dieses Produkt gekauft, Referenzen sind auch seh hilfreich)

Abschied

Es ist Zeit, auf Wiedersehen zu sagen.

Vor 4 Jahren habe ich von Null das Bildungszentrum Taka-Tuka-Land für deutschsprachige Kinder in Tel Aviv aufgebaut. Es war von Anfang bis zum Ende ein ehrenamtliches Herzensprojekt, in das ich aber viel Zeit und Energie reigesteckt habe. Da ich selbst Lehrerin war, war es für mich praktisch, so konnte ich die Lehrerin und die Managerin sein.

Mit der Zeit haben aber meine anderen Projekte an Umfang zugenommen und mir fehlte immer mehr die Zeit, das Projekt Taka-Tuka-Land, weiter zu entwickeln. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, dieses Projekt zu übergeben.

Die Freude, die mir die Arbeit mit den Kindern aber auch mit den Eltern gebracht hat, werde ich nicht in Worte fassen können. Es bleibt für immer ein Herzensprojekt. Ich danke den tollen Kindern und den Eltern für diese großartige Zeit.

Auch bei allen Lehrern, die in diesen vier Jahren Taka-Tuka-Land mit viel Engagement und Liebe zu den Kindern aufgebaut haben, möchte ich mich bedanken.

Bevor ich in Tränen ausbreche, möchte ich mitteilen, dass ab jetzt Anna Meier Taka-Tuka-Land übernimmt. Sie eine wundervolle Lehrerin und wird dieses Projekt weiterführen und ausbauen. Denn genau das wünsche ich mir am meisten, dass Taka-Tuka-Land weiterlebt und viele Kinder glücklich macht.

Euere Jenny Havemann.

easyJet: Wie schützt man sich vor Datenlecks?

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Jemand hat bei easyJet Daten von 9 Millionen Kunden entwendet. Ich bin einer dieser Kunden und bekam eine Email vom Fluganbieter, die mich gewarnt hat, dass Hacker diese Informationen gegen mich einsetzten könnten.

Ich bin easyJet für die Transparenz sehr dankbar. Und es führt uns mal wieder vor Augen, dass unsere Informationen, die wir Dienstleistern online anvertrauen, niemals 100% sicher sind. Das trifft auf E-Commerce- Anbieter, Soziale Netzwerke und im Grunde auf alle anderen Online-Dienste zu, vor allem auf die, bei denen man sich einloggen muss.

Als Kunde ist es auch nicht möglich zu beurteilen, welcher Anbieter tatsächlich in der Lage ist, die ihm anvertrauten Daten auch zu schützen. Daher muss man eigentlich immer davon ausgehen, dass so ein Datenleck entstehen kann. Um sich selbst zu schützen, muss man also versuchen, die Auswirkungen des Lecks zu minimieren. Und dabei helfen diese vier Tipps:

  1. Nutze bei jedem Dienst ein eigenes, einzigartiges Passwort, das auch nicht einfach eine Abwandlung eines anderen Passworts ist. Negativbeispiel: easyJetMyP@55w0rd, WordPressMyP@55w0rd, usw.
  2. Falls möglich, nutze bei jedem Dienst eine andere Email-Adresse. Damit kann man direkt nachvollziehen, woher missbrauchte Adressen stammen.
  3. Falls man mehrere Kreditkarten hat, sollte man jeder Karte eine bestimmte Funktion zuordnen: Reise, Einkäufe, Online Shopping, Online-Dienste (Netflix, iTunes, Amazon Prime, etc.). So fallen in den Monatsabrechungen Missbräuche viel schneller auf und eine Kartensperrung hat einen kleineren Effekt.
  4. Achte auf Phishing-Angriffe. Mit den aus den Leaks gewonnenen Daten lassen sich häufig zielgerichtete Spearphishing-Angriffe konstruieren. Diese Angriffe können per Email, SMS, Soziale Medien oder auch Anrufe und Briefe eingehen.