Zugfahrt nach Jerusalem

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Endstation unserer Reise nach Jerusalem: Die Kotel

Mein älterer Sohn liebt Eisenbahnen. Die echten wie auch die aus Holz im Spielzimmer. Ich selbst war 1995 das erste Mal in Israel und bin vor sechs Jahren eingewandert und bin seither noch nie mit der Eisenbahn in diesem Land gefahren!

Ich musste mein Defizit ausgleichen und konnte damit meinem Sohn gleich noch eine Freude bereiten: Wir sind mit der Eisenbahn von Tel Aviv nach Jerusalem gefahren.

Auf dem Weg muss die Bahn etwa 700 Höhenmeter überwinden. Die Strecke stammt noch aus der Britischen Mandatszeit und ist weitestgehend eingleisig.  Heute passt man die Landschaft an die Streckenführung an, damals war es noch umgekehrt: Sie schmiegt sich in Täler und an Berge an und zwingt mit ihren vielen Kurven die Bahn zu einer gemütlichen Fahrt. Die modernen Dieseltriebwagen mit etwas heruntergekommenem Interieur sind bequem und quietschen sanft in den Kurven.

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Die Bahn fährt langsam die Serpentinen hoch. (Screenshot Google Maps)

Leider habe ich so gut wie keine Fotos von der Fahrt. Die SD-Karte der Kamera steckte noch zuhause im Rechner, so war die mitgebrachte Kamera funktionslos. Daher müsst ihr mir einfach glauben: Die Fahrt ist malerisch schön. Die Strecke mäandert sich den Berg hoch durch menschenleere Täler, neben Flüssen und auch trockenen Flussbetten, durch einen dichten Nadelbaumwald mit verlassenen Bahnhöfen und unbefestigten Wegen auf der Strecke. Da der Zug so langsam fährt, kann man entspannt aus dem Fenster schauen und den Ausblick geniessen. Handyempfang gibt es auch keinen, eine absolute Entschleunigung ist also garantiert.

Wer es eilig hat, fährt Bus. Der ist fast doppelt so schnell, wenn nicht gerade Stau ist und kostet nur ein kleines bisschen mehr. Ausserdem endet die Bahnfahrt in Malcha, also am anderen Ende der Stadt neben dem gleichnamigen Einkaufszentrum und nicht im Stadtzentrum.

Die Bahn ist daher angenehm leer, zumindest wenn man nicht zur Rushhour fährt. Und die Fahrt kostet für Erwachsene ohne Rabatte nur 20 , also knapp 5 Euro. Dafür bekommt man einen Blick auf das Land, wie man ihn noch nie zuvor gesehen hat.

Aber man muss sich etwas beeilen. Eine neue Bahnstrecke ist bereits im Bau und soll Anfang 2018 in Betrieb gehen. Spätestens dann wird die alte Strecke wohl stillgelegt und man fliegt in unter einer halben Stunde von Tel Aviv nach Jerusalem. Auch diese Strecke werde ich dann mit meinem Sohn probefahren!

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