Roni 87 und das Volk

bnunnrqo_400x400Letzte Woche traf ich in Tel Aviv auf Martin Niewendick alias Roni 87. Er ist Rapper und Journalist für den Tagesspiegel. Er ist ein Linker, vielleicht sogar Kommunist. Und er liebt Israel. Ich traf ihn, weil er ein Freund meines Bruders Til ist.

Er rappt „Am Israel Chai“ („Das Volk Israel lebe“) und ist aber nach eigener Aussage antivölkisch. Für uns Juden ist der Begriff „Volk“ nicht so negativ besetzt wie für viele, vor allem linke Deutsche. Wir sind ein Volk, aber auf keinen Fall eine Rasse, ja nicht mal so wirklich eine Religionsgemeinschaft, denn man kann atheistischer Jude sein. Wir sprechen auch nicht alle die selbe Sprache oder leben im selben Land.

Unser jüdisches Selbstverständnis als Volk unterscheidet sich also stark von dem etwa der Pegida-Anhänger, die volkstümelnd „Wir sind das Volk“ skandieren und damit eine erfundene Rasse meinen. Sie kopieren damit dreist den „Wir sind das Volk“ Ruf der Deutschen, die sich gegen die DDR-Obrigkeit aufgebäumt haben. Selbst den Wochentag besetzen sie mit den Montagsdemonstrationen neu.

Was also „Volk“ bedeutet, hängt stark vom Kontext ab. Damals, in der DDR, da hiess es: Ihr seid die Obrigkeit, aber wir sind das Volk! Die Abgrenzung war also nicht rassisch sondern gegen die Bonzen des Unrechtsstaates. Das Volk als Kampfbegriff der sich aufbäumenden Unterdrückten.

Wir haben uns darüber freundschaftlich gestritten und generell haben wir in vielen Dingen verschiedene Ansichten. Ein Kommunist bin ich nun mal nicht. Aber seine Musik macht richtig Laune und die Liebe zu Israel vereint uns! Und als Linker kann er dem Antisemitismus der Linken inherent die Stirn bieten. Yeah!

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