Tachles.ch – Brandstifter gegen Brände

Die Feuer sind gelöscht. Die israelische Feuerwehr hat sie mit Flugzeugen und Schläuchen sowie tatkräftiger Unterstützung vieler Nachbarländer, darunter auch die Feuerwehr der palästinensischen Autonomiebehörde, unter Kontrolle gebracht. Was sie nicht gelöscht hat, besorgte dann der Regen der letzten Tage.

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Am darauf folgenden Wochenende in der Synagoge ging ich wie immer vorbei an Zeitungen, Broschüren und Flugblättern, die sich an religiöse Leser wenden. Ein Flugblatt zeigte ein brennendes Haus und darüber waren die Schlagworte «Facebook», «Internet» und «Whatsapp» gelegt. Die Überschrift war: «Der Feind Nr. 1» An den Seiten stand: «Das Haus steht in Flammen» und «Tausende Häuser zerstört».

Der Ganze Text: https://tachles.ch/magazine/1095/artikel/brandstifter-gegen-braende

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15 Gedanken zu “Tachles.ch – Brandstifter gegen Brände

  1. A bissele Religiösenbashing knapp nach Schabbes? 🙂

    Zwei Argumente dagegen, eins einfach, eins logisch.
    1) Gut, da haben die Leutz‘, ob nun mit Schtrejml und mit Pejess oder ohne Beides, da haben sie also so ein Mobiltelefon, das alles kann. Was machen 90% der Leutz‘ dann damit: Hocken banal irgendwo und daddeln Spiele, oder sehen sich sinnlosen Pop beim Youtube an, oder lesen Klatsch im Internet (gern „Informationen recherchieren“ genannt). Das lenkt die Leutz‘ von schlechthin Allem ab, von ihrem eigenen Leben und von ihrem geistigen Fortkommen, denn kaum jemand liest etwa Fachtexte oder rabbinische Responsa oder mühsame Romane oder Gedichte via Mobiltelefon!, sondern man tut da dasjenige im Eigenakt, was man sonst im gemeinsamen Schwätzakt mit dem Friseur oder der Nachbarin täte: Flaches, Flacheres und Flachstes halt.
    – Wenn man ein Pessimist ist und Belege für die fortschreitende Verdämlichung des urbanen Menschen hat, lässt sich die tragende Rolle des Mobiltelefon-Mindfuckings klar belegen.
    – Wenn man jedoch ein Optimist ist und glaubt, dass die Leute früher noch viel beschränkter waren als heute, bleibt trotzdem das Genervtsein über all diese sinnlose Selbstverdämlicherei.

    2) In den Jahren 1920 und 1929 wurden die Juden des alten Jischuv überall in Eretz-Jissroejl von Pogromen überzogen. Überall flammte die arabische Gewalttätigkeit auf, in Hebron, in Jerusalem, überall. Gab es danach religiöse Stimmen, die die einfache Feststellung übersprangen, dass an diesen Pogromen niemand sonst als die Stecher, Vergewaltiger und Mörder Schuld seien, sondern die gleich etwas weitergingen, indem sie feststellten, dass die gemeinsame Verabredung und Planung von Pogromen daran Schuld sei? Bestimmt.
    Was wäre daran falsch?
    Ob Pogrome nun durch Whatsapps oder durch Getuschel in Hausfluren oder durchs Radio (wie in Ruanda 1994) organisiert werden, und das werden sie!, so organisiert man die. Man muss nach Pogromen feststellen, wie das geschah. Was soll daran falsch sein?

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    1. Lieber Ari, da hast Du was falsch verstanden. Es geht dem Flugblatt nicht darum, ob die Feuer von Menschen mit Smartphones gelegt wurden und wie sie sich verabredet haben könnten, sondern dass jüdische fromme Kids Smartphones benutzen und die Feuer quasi eine Strafe G-ttes sind dafür. Und das ist nun mal ausgemachter Quatsch und kein Religiösenbashing.

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      1. Nu ja, dann bestände die Strafe G“ttes eben just darin, was ich unter 1) ausgeführt habe (absichtsvollerweise, pardon).

        Steht in dem Pamphlet aber wirklich drin, dass die Brand-Pogrome eine Strafe G“ttes für das soziale Verhalten einzelner Jidn seien? Oder steht das nur quasi da drin (als anderes Wort für Konsequenz)?
        Und wer hat denn das geschrieben? Zitierst Du mir die Stelle?

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          1. … dafür bräuchte ich eine Lupe, auf der dann aber nur so komische Pixel sind 🙂

            (Slicha!, ich hab vorhin hier mit meiner Tabakspfeif‘ gewettet, dass Du mir nicht den Namen nennen und nichts zitieren oder womöglich da anrufen werdest, um dorten mal so zu fragen, wie man das meint, oder ob man das auch anders gemeint haben könnte. Willst Du, dass meine Tabaksprfeif‘ die Wette gewinnt? Sie ist drauf und dran! Kannst Du das mit Deinem Ethos vereinbaren?)

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          2. … pardon, das ist wichtig, Eliyah. Man muss präzise sein, und vielleicht stehen im Text Nuancen, die man nur versteht, wenn man gut Iwriss kann.
            Bis da hin gehe ich davon aus, dass etwas übersehen worden ist.

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          3. Schankedön 🙂
            Und ich bohre mal weiter; bleibt mir ja nix Anderes übrig. Ist denn etwas übersehen worden? Und lässt Du es die hier (nu, und im Tachles) Lesenden nachprüfen? Also gestern nicht, und heut auch nicht.

            Ich kann ja längst nicht gut genug Iwriss, um es selber nachzuprüfen. Kannst Du?

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          4. Ja, ich verstehe genug Hebräisch, um diesen Unfug auf dem Flugblatt zu verstehen. Und das war fast noch eine der harmlosen Geschichten, die dort auf vier Seiten ausgebreitet werden. Eine davon will tatsächlich weissmachen, dass ein Mädchen, das sich züchtig (tsniut) angezogen hat, so einen Anschlag vereitelt hat. Nein, nicht die Polizei und der ShinBet waren es, der Rock des Mädchens!
            Glaube mir, ich kenne meine Pappenheimer und da ist nix übersehen worden, das zu deren Entlastung taugt.

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          5. Eliyah:
            ich schicke Dir was hochauflösendes.

            Nicht daß ich an Deinem Textverständnis zweifle!
            Aber: gilt dieses Angebot auch für mich?
            Bitte, bitte, bitte… 🙄

            (Hier, was kleinauflösendes zur Bestechung:

            aber Jenny nichts verraten, ok?! – Grüße! 😉 )
            +
            (Ich zeig’s auch nicht Aristobulus, versprochen.
            Ja, ich weiß, Du wolltest es ihm ja zeigen,
            kann ja lesen, aber er wollte nicht.
            Pech gehabt!)

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