easyJet: Wie schützt man sich vor Datenlecks?

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Jemand hat bei easyJet Daten von 9 Millionen Kunden entwendet. Ich bin einer dieser Kunden und bekam eine Email vom Fluganbieter, die mich gewarnt hat, dass Hacker diese Informationen gegen mich einsetzten könnten.

Ich bin easyJet für die Transparenz sehr dankbar. Und es führt uns mal wieder vor Augen, dass unsere Informationen, die wir Dienstleistern online anvertrauen, niemals 100% sicher sind. Das trifft auf E-Commerce- Anbieter, Soziale Netzwerke und im Grunde auf alle anderen Online-Dienste zu, vor allem auf die, bei denen man sich einloggen muss.

Als Kunde ist es auch nicht möglich zu beurteilen, welcher Anbieter tatsächlich in der Lage ist, die ihm anvertrauten Daten auch zu schützen. Daher muss man eigentlich immer davon ausgehen, dass so ein Datenleck entstehen kann. Um sich selbst zu schützen, muss man also versuchen, die Auswirkungen des Lecks zu minimieren. Und dabei helfen diese vier Tipps:

  1. Nutze bei jedem Dienst ein eigenes, einzigartiges Passwort, das auch nicht einfach eine Abwandlung eines anderen Passworts ist. Negativbeispiel: easyJetMyP@55w0rd, WordPressMyP@55w0rd, usw.
  2. Falls möglich, nutze bei jedem Dienst eine andere Email-Adresse. Damit kann man direkt nachvollziehen, woher missbrauchte Adressen stammen.
  3. Falls man mehrere Kreditkarten hat, sollte man jeder Karte eine bestimmte Funktion zuordnen: Reise, Einkäufe, Online Shopping, Online-Dienste (Netflix, iTunes, Amazon Prime, etc.). So fallen in den Monatsabrechungen Missbräuche viel schneller auf und eine Kartensperrung hat einen kleineren Effekt.
  4. Achte auf Phishing-Angriffe. Mit den aus den Leaks gewonnenen Daten lassen sich häufig zielgerichtete Spearphishing-Angriffe konstruieren. Diese Angriffe können per Email, SMS, Soziale Medien oder auch Anrufe und Briefe eingehen.

Bye, bye, Facebook!

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Als 2014 mein Buch „Wie werde ich Jude? Und wenn ja, warum?“ bei Heyne/Ludwig auf den Markt kam, war ich überhaupt gar nicht auf Social Media unterwegs. Das ist in sofern überraschend, weil ich meinen ersten Internetzugang zuhause bereits 1996 hatte. Ein PowerMac 7200 mit einem 56k Modem war mein Fenster zur WWWelt. Ich habe damals viel Zeit in Chatrooms verbracht, aber als Facebook aufkam, war mir die ganze Sache nicht geheuer. Ist sie mir bis heute nicht.

Aber ich hatte ja nun ein Buch geschrieben und das wollte vermarktet werden. Der Verlag hat zwar eine spannende Lesereise veranstaltet und mehrere Pressetermine organisiert, aber Online passierte so gut wie nichts. Meine wunderbare Frau Jenny hatte und hat bis heute einen Facebook-Account. Sie hat also für mich eine Seite eingestellt, erst als Buch-Seite und dann hat sie sie zur Seite einer „öffentlichen Person“ umgewandelt. Ich selbst hatte nie einen eigenen Account auf der Platform.

Ich, bzw. meine Seite fing an, Follower zu sammeln und ich habe sie mit kleinen Texten und Informationen zu Leseterminen und anderem umgarnt. Und das Schreiben für Internetmenschen fing an, Spass zu machen. Aber Facebook war mir weiterhin nicht geheuer.

Irgendwann beschlossen Jenny und ich, ein Blog zu starten. Dieses Blog der 13 Blumen. Hier schreiben wir über dies und das und auch noch jenes. Auf Facebook habe ich nichts mehr geschrieben, aber WordPress hat meine Texte dort automagisch geteilt.

Und dann kam Twitter. Wow. Ich dachte erst: Was soll der Quatsch? Und inzwischen habe ich mehr als 5k Follower.

Meine Online-Kommunikation ist mit Blog (und mit meinen Beiträgen auf Salonkolumnisten) und Twitter mehr als ausreichend. Ich brauche kein Facebook. Und auch keine anderen Sozialen Medien. Ich werde daher Jenny bitten, meine Facebook-Seite zu schliessen.

Aber es gibt dort so einige kleine Perlen an Texten, die ich nur dort veröffentlich habe. Sie sind teilweise 6 Jahre alt und ich bin auch nicht mehr bei jedem von ihnen meiner Meinung. Mensch entwickelt sich weiter. Aber verloren gehen sollen sie auch nicht. Daher werde ich sie nach und nach in dieses Blog rüberkopieren und im Erscheinungsdatum rückdatieren zu dem Zeitpunkt, auf dem sie in Facebook eingestellt wurden.

Die Menschen, die diesem Blog folgen, werden also demnächst ein paar verwirrende Emails bekommen, in denen sie auf neue alte Beiträge aufmerksam gemacht werden. Ich hoffe, ihr stöbert ein wenig darin rum und habt Freude an meinen alten Texten!

Danke!

 

Tag der Befreiung

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Die Vier Mütter der Befreiung

Heute ist der 8. Mai. Dieser Tag ist ein besonderer Tag im Kalender, denn im Jahre 1945 hat die Deutsche Wehrmacht an diesem Tag kapituliert. Das große Grauen des Krieges war vorbei und das Morden der Deutschen hatte ein Ende. Es war nicht gleich alles wieder gut, aber es war das Ende des Schreckens.

Ich habe heute Geburtstag. Daher hatte ich selbst als noch völlig unpolitisches Kind keine Chance, diesen Tag zu ignorieren. Mein Vater hat seiner Mutter 1975 per Telegramm meine Geburt mit den Worten angezeigt: „Heute hat sich Felix selbst befreit.“

Zugegeben, meine Mutter war es, die mich auf die Welt brachte und ich habe es einfach überlebt. Aber das Wortspiel war so schön. Und Verdrehung von Zusammenhängen war im Osten ja auch Staatsdoktrin: Dort wurde der 8. Mai als „Tag der Befreiung“ gefeiert. Natürlich dankte man in erster Linie Mütterchen Russland für diese Befreiung als eine der vier Mütter dieser schweren Geburt, aber man sah sich selbst eben als das unschuldige Baby, neu geboren durch Blut, das von der bösen Macht der Nazis befreit wurde. Als ob es eine externe Naziarmee war, die Deutschland im Würgegriff hatte und mit Gewalt entfernt werden musste.

In der letzten freien Wahl vor der Machtübernahme der Nazis erreichte die NSDAP um Adolf Hitler 43,9% der Stimmen. Die Nazis, das waren die Deutschen und niemand anderes. Jaja, ich weiss, nicht alle Deutschen, aber eben doch sehr sehr viele. Und die Zahl der Menschen im aktiven Widerstand war im niedrigen einstelligen Prozentbereich, wie Forschungen ergeben haben. Auch wenn das dem Selbstbild vieler Deutschen widerspricht.

Es ist das Deutsche Dilemma, dass Deutschland kaum etwas Gutes aus eigener Kraft geschafft hat. Demokratie, „Wirtschaftswunder“, Wiedervereinigung, all das wurde von aussen gefördert oder gefordert. Nationalfeiertage wie der „Independence Day“ in den USA oder der „Yom Haatzmaut“ in Israel verbieten sich da fast von selbst. Man feiert stattdessen den „Tag der Deutschen Einheit“, aber nicht am 9. November, an dem die Mauer fiel, sondern am 3. Oktober. Die „Reichskristallnacht“ überschattet selbst solch ein Ereignis.

Es gibt Bestrebungen, den 8. Mai als offiziellen Feiertag in Deutschland zu installieren. Eine Petition von der Holocaustüberlebenden Esther Bejarano fordert genau das. Das finde ich gut! Für mich persönlich wäre es zwar etwas spät, denn ich wohne nicht mehr in Deutschland und kann den Feiertag, der grundsätzlich auf meinen Geburtstag fällt, nicht mehr geniessen, aber für Deutschland ist er richtig und wichtig.

Mein Problem ist nur, wie verhindert man, dass er wie in der DDR gefeiert wird? Wie kann man schon mit dem Namen des Tages ausschliessen, dass man sich als unschuldiges Baby begreift, das von externen Nazis befreit wurde? Hier sind ein paar Vorschläge (nicht alle ganz ernst gemeint) und meine Gedanken dazu.

Tag der Befreiung

Der Name ist verbrannt. Ein Regime hat ihn genutzt. Und er drängt gerade dazu, sich als Deutscher in der Opferrolle wiederzufinden: Das Opfer, das befreit wurde. Man kann sogar sagen: unfreiwillig befreit. Also nein, dieser Name kann es nicht sein.

Tag der Niederlage

So würde der Hundekrawattennazi ihn wohl nennen. Inhaltlich korrekt, die Deutschen haben den Krieg verloren, aber er klingt nach Trauertag und nicht nach einem Feiertag. Und das sollte er sein.

Tag der Kapitulation

Schon besser. Aber eben nicht viel besser.

Tag der verdienten Niederlage

Das gefällt mir. Die Deutsche Niederlage war mehr als verdient, sie war humanitär zwingend notwendig. Daher ist „verdient“ schon fast ein Euphemismus. Und das ist auch ein Argument gegen den Namen. Denn „verdient“ könnte auch heissen, dass die Wehrmacht einfach nicht gut genug gekämpft hat.

Tag des blutigen Neuanfangs

Das ist bisher mein Lieblingsvorschlag in dieser Liste. Es war blutig, es war ein Neuanfang. Der Name erlaubt keine der oben genannten Assoziationen. Aber er macht die Opfer gleich. Die gefallenen Wehrmachtssoldaten und die toten SS-Mörder wie die Zivilisten, die in Deutschland in Städtebombardierungen gestorben sind auf der einen Seite und die Opfer der Befreierarmeen, der Widerstandskämpfer und vor allem die ganzen Opfer des Holocaust auf der anderen. Alle sind nur noch Kollateralschäden der Chance, von Vorne zu beginnen.

Kriegsende/WK2-Ende

Nein, zu neutral. Viel zu neutral. Dieser Tag braucht Emotion.

Tag der Besinnung

Diesen Namen hat die Rechtsaussen-Gazette „Junge Freiheit“ vorgeschlagen. Das allein würde ihn schon disqualifizieren. Aber gegen diesen Namen spricht noch mehr. Es ist nichts besinnliches an einer Kapitulation. Es ist der Tag, an dem sich alle ihre Wunden lecken und sich daran machen, alles wieder aufzubauen. Es ist ein Tag der Hoffnung, ein Tag, an dem der Schmerz nachlässt.

Tag des Sieges in Europa – VE-Day

So nennen diesen Tag die Sieger im Westen Europas. In Frankreich etwa ist das ein staatlicher Feiertag. Ich lebte zwischen meinem 11. und 21. Lebensjahr dort und die Häuser waren jedes Jahr mit Französischen Tricolores geschmückt. Nur am Rathaus hing ausserdem noch eine US-Flagge, denn es waren die Amerikaner, die Frankreich von der Deutschen Besatzung befreit haben. Die Französische Armee war besiegt. Deswegen sollten die Franzosen den Feiertag „Tag der Befreiung“ nennen, nicht die Deutschen.

Aber wie soll der Tag nun heißen? Ich habe keine Idee. Vielleicht sollte Deutschland einfach gar nicht feiern und sich 365 Tage im Jahr einfach nur schämen. Das wäre zwar gerecht, aber umsetzbar ist das auch nicht.

Foto von @bertapetra license: Creative Commons CC BY_NC-SA 4.0

Corona-Schabbat in Israel

So sieht unsere Synagoge aus

Unsere Gemeinde hat kein eigenes Synagogengebäude. Wir sind zu Gast in einer Schule und sitzen auf Plastikstühlen und haben temporäre Möbel, wie etwa das Lesepult, die auf Rollen stehen.

Ich bin gestern Abend zum Abendgebet mit gemischten Gefühlen gegangen. Die Schulen wurden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Reisen ins Ausland sanktioniert und vieles mehr. Alles, um die Ausbreitung des Corona-Viruses zu verlangsamen. Ist es da eine gute Idee, in eine Synagoge zu gehen? Mit vielen Menschen gleichzeitig?

Als ich ankam, bot sich mir ein ungewohntes Bild. Der Gabbai (Synagogendiener, der den Gottensdienst organisiert) sagte an, dass wir leider das Gebet zweiteilen müssen, da mehr als 35 Beter anwesend waren. Ich ging also mit etwa 15 anderen Männern in die (geschlossene) Cafeteria der Schule, um dort das Abendgebet zu beten. Der Gabbai sagte an, dass es am nächsten Morgen genau so laufen werden: Ein geteilter „Minjan“.

Ich kam etwas zu spät an am nächsten Morgen zum Morgengebet. Wie eigentlich immer. Aber es waren kaum Menschen da. Die Frauensektion war fast komplett leer und die Männer sassen auf Stühlen, die so arrangiert waren, dass in alle Richtungen ein 2m Abstand zum nächsten Stuhl eingehalten wurde. Ein zweiter Minjan war nicht nötig.

Die Lesung des Wochenabschnitts aus der Torah ist üblicherweise eine gedrängte Veranstaltung. Um den Tisch stehen der Vorleser, der Aufgerufene, der Souffleur, der Gabbai und der Aufgerufene des vorherigen Abschnitts. Fünf Leute! Heute standen dort nur der Vorleser und der Aufgerufene. Alle anderen blieben auf Abstand.

Nach der Lesung gibt es immer ein sogenanntes „Dvar Torah“, einen kleinen Vortrag zum Wochenabschnitt. Man könnte auch „Predigt“ sagen, aber bei uns wird dieser Vortrag von Gemeindemitgliedern und nicht von einem Rabbi gegeben. Heute wurde dieser Vortrag verschoben auf das Ende des Gebets und verlegt auf den Vorplatz der Schule. Draussen ist die Ansteckungsgefahr geringer als in geschlossenen Räumen. Hofft man zumindest.

Das übliche Händeschütteln blieb aus und stattdessen grüßte man sich mit gebührlichem Abstand. Aber das schimmste war, dass der Kiddusch, das gemeinsame Essen nach dem Gebet ausgefallen ist.

Dieser Modus wird sich jetzt wohl mindestens fünf Wochen so hinziehen.

Diese Corona-Krise betrifft inzwischen jeden Aspekt des öffentlichen Lebens. Ich kann gut verstehen, dass Leute in Panik geraten. Ich wünsche uns allen, dass wir die Zeit gut überstehen, mit alten Gewohnheiten brechen lernen, wo es nötig ist und uns dann um so mehr wieder auf sie freuen, wenn wir sie wieder neu beleben dürfen.

Schavua tov, eine gute Woche!

Merry X-mas und frohe Y-nachten 2019

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Wir Juden zünden heute Abend unsere erste Chanukkah-Kerze. Und während wir schon mitten drin sind im Channukkah-Fest und die dritte Kerze auf dem Leuchter brennt, feiern die Christen Weihnachten.

Ich wünsche daher schon jetzt allen, die es feiern, von ganzem Herzen: Frohe Weihnachten!

Diese Wünsche sind in vielen Fällen bitter nötig. Vor allem die Christlichen Gemeinden im Nahen Osten sind so sehr bedroht wie schon lange nicht mehr. Aber auch im ganz privaten Umfeld ist das Fest der Liebe oft auch ein Fest der Hiebe. Ich selbst bin wahrscheinlich ausschließlich deshalb Jude geworden, damit mir dieses Fest erspart bleibt.

Mein Freund Matthias antwortete mal auf die Frage, wie er und seine Familie denn Weihnachten feiern werden: Wir essen viel, streiten uns und schenken uns Dinge, von denen wir in spätestens zwei Wochen wissen, dass wir sie nie gebraucht haben. Also, so oder so ähnlich hat er es gesagt.

Und so ähnlich habe ich auch Weihnachten in meiner Kindheit in Erinnerung. Streit und Essen gab es quasi immer. Geschenke auch, um die es dann auch oft noch mehr Streit gab. Der Baum war hübsch, das Essen gut, immerhin.

Der Name des Festes ist interessant. Hier eine Tabelle in verschiedenen Sprachen:

Sprache Wort Bedeutung
Englisch
Christmas
Christus (Messias) Fest
Französisch Noël Geburtsfest
Spanisch Navidad Geburtsfest
Hebräisch (Chag HaMoled) חג המולד Geburtsfest
Italienisch Natale Geburtsfest
Dänisch Jul Germanischer Kalendermonat Dezember
Holländisch Kerstmis Christus (Messias) Fest
Deutsch Weihnachten Chanukkah

Die meisten Sprachen nennen das Weihnachtsfest nach dem, was der Überlieferung nach passiert ist: Der Messias (Christ) wurde geboren. Schließlich feiert man seinen Geburtstag (und acht Tage später, nach guter jüdischer Tradition, seine Beschneidung am 1. Januar). Die Dänen stechen heraus, da sie den Festnamen am Kalender fest machen. Und die Deutschen? Die nennen ihr Lichterfest im Winter einfach Chanukkah!

Das hebräische Wort Chanukkah bedeutet Weihe. Es geht dabei um die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem nach der Entweihung durch die Griechen. Zur Weihung braucht man Olivenöl für den Leuchter und davon war nur noch so wenig da, dass es nur einen Tag gereicht hätte. Aber wie durch ein Wunder, hielt das Öl ganze acht Tage. So lange hat es gedauert, neues Öl zu besorgen.

Das ist in etwa so, wie wenn ihr morgens auf dem Smartphone noch 10% Batterie habt, aber es dennoch den ganzen Tag durchhält.

Warum ich das erzähle? Damit deutlich wird, dass nicht nur der Name fast gleich ist, auch die Bräuche von Weihnachten in Deutschland und Channukkah ähneln sich stark:

  • Datum: Beides wird am 25. des Monats gefeiert, der im jeweiligen Kalender üblicherweise in die Wintersonnenwende fällt. Also 25. Dezember oder 25. Kislev.
  • Abends: In den meisten Ländern wird am 25. tagsüber beschert. In Deutschland aber am 24. Abends. Jüdische Tage und damit auch Feiertage wie Chanukkah beginnen abends.
  • Kerzen 1: Die Chanukkah-Kerzen müssen ins Fenster gestellt werden, da ihr Zweck die öffentliche Verkündung des Chanukkah-Wunders ist. In Deutschen Haushalten werden zu Weihnachten die Fenster traditionell mit Kerzenständern und anderen Lichtern geschmückt.
  • Kerzen 2: Jeden Tag während des acht Tage andauernden Chanukkahfestes zündet man eine zusätzliche Kerze. Im Advent zündet man jeden Adventssonntag eine weitere Kerze.
  • Adventskalender: Auch hier werden die Tage gezählt, genau wie bei den acht Chanukkah-Kerzen.
  • Geschenke: Auch an Chanukkah bekommen die Kinder Geschenke oder einfach Chanukkah Gelt (mit t, weil es jiddisch ist) und man isst Karotten in Scheiben, die an Geldstücke erinnern sollen.
  • Familie: An Chanukkah feiert man mit der ganzen Familie. Jeder bekommt seinen eigenen Leuchter. Weihnachten ist ein Familienfest.
  • Glühwein: Zugegeben, eher eine zufällige Parallele. Juden trinken eigentlich zu jedem Anlass Wein.
  • Weihnachtsmann: Also, wenn Du mich fragst, sieht der aus wie ein Rabbi, dessen Klamotten rot gefärbt sind. Und daran ist ja nur Coca Cola (koscher) schuld (ich weiß, stimmt nicht). Und Bommelmützen tragen die Anhänger von Rabbi Nachman auch.
  • Messias: Das ist vielleicht ein wenig weit hergeholt. Aber hey, warum nicht, es geht schließlich um Religion, da ist argumentativ meist kein Weg zu weit. Chanukkah feiert das Olivenölwunder und das hebräische Wort Moschiach (Messias) bedeutet: Der Gesalbte. Die Salbung erfolgt mit Olivenöl.
  • Essen: Immer im Januar sind Frauen- und Männerzeitungen voll mit Diättipps. Im Rest des Jahres zwar auch, aber im Januar geht es im Besonderen darum, den sog. Weihnachtsspeck wieder los zu werden. An Chanukkah essen wir lauter in Öl gebratene oder gebackene Dinge: Kartoffelpuffer, Berliner (Pfannkuchen, Kreppel, etc.), gebratene Karottenscheiben (s.o.) und vieles mehr. Das Öl setzt sich dann im Körper gerne als Hüftgold ab.

Wie eng und vor allem, wie viel enger als andere Völker die Deutschen und die Juden bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts zusammengelebt haben, erahnt man, wenn man sich diese Parallelen ansieht. Nicht umsonst ist das alte hebräische Wort für Deutschland „Medinat Aschkenas“. Aschkenasen sind die nord- und osteuropäischen Juden.

Ich wünsche allen, die dieses Fest feiern, dass es besinnliche Tage werden, mit schönem Baum, sinnvollen Geschenken, wenig Streit und gutem Essen!

P.S.: Zugegeben, dieser Text erschien fast wortgleich bereits letztes, vorletztes, vorvorletztes und vorvorvorletztes Jahr, aber warum ihn so weit unten im Blog versauern lassen, wenn er doch heuer wieder so gut passt!

P.P.S.: Noch mehr Weihnachtsfunfacts gibt es auf Twitter!