Bye, bye, Facebook!

Screenshot from 2020-05-14 20-41-06

Als 2014 mein Buch „Wie werde ich Jude? Und wenn ja, warum?“ bei Heyne/Ludwig auf den Markt kam, war ich überhaupt gar nicht auf Social Media unterwegs. Das ist in sofern überraschend, weil ich meinen ersten Internetzugang zuhause bereits 1996 hatte. Ein PowerMac 7200 mit einem 56k Modem war mein Fenster zur WWWelt. Ich habe damals viel Zeit in Chatrooms verbracht, aber als Facebook aufkam, war mir die ganze Sache nicht geheuer. Ist sie mir bis heute nicht.

Aber ich hatte ja nun ein Buch geschrieben und das wollte vermarktet werden. Der Verlag hat zwar eine spannende Lesereise veranstaltet und mehrere Pressetermine organisiert, aber Online passierte so gut wie nichts. Meine wunderbare Frau Jenny hatte und hat bis heute einen Facebook-Account. Sie hat also für mich eine Seite eingestellt, erst als Buch-Seite und dann hat sie sie zur Seite einer „öffentlichen Person“ umgewandelt. Ich selbst hatte nie einen eigenen Account auf der Platform.

Ich, bzw. meine Seite fing an, Follower zu sammeln und ich habe sie mit kleinen Texten und Informationen zu Leseterminen und anderem umgarnt. Und das Schreiben für Internetmenschen fing an, Spass zu machen. Aber Facebook war mir weiterhin nicht geheuer.

Irgendwann beschlossen Jenny und ich, ein Blog zu starten. Dieses Blog der 13 Blumen. Hier schreiben wir über dies und das und auch noch jenes. Auf Facebook habe ich nichts mehr geschrieben, aber WordPress hat meine Texte dort automagisch geteilt.

Und dann kam Twitter. Wow. Ich dachte erst: Was soll der Quatsch? Und inzwischen habe ich mehr als 5k Follower.

Meine Online-Kommunikation ist mit Blog (und mit meinen Beiträgen auf Salonkolumnisten) und Twitter mehr als ausreichend. Ich brauche kein Facebook. Und auch keine anderen Sozialen Medien. Ich werde daher Jenny bitten, meine Facebook-Seite zu schliessen.

Aber es gibt dort so einige kleine Perlen an Texten, die ich nur dort veröffentlich habe. Sie sind teilweise 6 Jahre alt und ich bin auch nicht mehr bei jedem von ihnen meiner Meinung. Mensch entwickelt sich weiter. Aber verloren gehen sollen sie auch nicht. Daher werde ich sie nach und nach in dieses Blog rüberkopieren und im Erscheinungsdatum rückdatieren zu dem Zeitpunkt, auf dem sie in Facebook eingestellt wurden.

Die Menschen, die diesem Blog folgen, werden also demnächst ein paar verwirrende Emails bekommen, in denen sie auf neue alte Beiträge aufmerksam gemacht werden. Ich hoffe, ihr stöbert ein wenig darin rum und habt Freude an meinen alten Texten!

Danke!

 

Merry X-mas und frohe Y-nachten 2019

weihnukka-kippa

Wir Juden zünden heute Abend unsere erste Chanukkah-Kerze. Und während wir schon mitten drin sind im Channukkah-Fest und die dritte Kerze auf dem Leuchter brennt, feiern die Christen Weihnachten.

Ich wünsche daher schon jetzt allen, die es feiern, von ganzem Herzen: Frohe Weihnachten!

Diese Wünsche sind in vielen Fällen bitter nötig. Vor allem die Christlichen Gemeinden im Nahen Osten sind so sehr bedroht wie schon lange nicht mehr. Aber auch im ganz privaten Umfeld ist das Fest der Liebe oft auch ein Fest der Hiebe. Ich selbst bin wahrscheinlich ausschließlich deshalb Jude geworden, damit mir dieses Fest erspart bleibt.

Mein Freund Matthias antwortete mal auf die Frage, wie er und seine Familie denn Weihnachten feiern werden: Wir essen viel, streiten uns und schenken uns Dinge, von denen wir in spätestens zwei Wochen wissen, dass wir sie nie gebraucht haben. Also, so oder so ähnlich hat er es gesagt.

Und so ähnlich habe ich auch Weihnachten in meiner Kindheit in Erinnerung. Streit und Essen gab es quasi immer. Geschenke auch, um die es dann auch oft noch mehr Streit gab. Der Baum war hübsch, das Essen gut, immerhin.

Der Name des Festes ist interessant. Hier eine Tabelle in verschiedenen Sprachen:

Sprache Wort Bedeutung
Englisch
Christmas
Christus (Messias) Fest
Französisch Noël Geburtsfest
Spanisch Navidad Geburtsfest
Hebräisch (Chag HaMoled) חג המולד Geburtsfest
Italienisch Natale Geburtsfest
Dänisch Jul Germanischer Kalendermonat Dezember
Holländisch Kerstmis Christus (Messias) Fest
Deutsch Weihnachten Chanukkah

Die meisten Sprachen nennen das Weihnachtsfest nach dem, was der Überlieferung nach passiert ist: Der Messias (Christ) wurde geboren. Schließlich feiert man seinen Geburtstag (und acht Tage später, nach guter jüdischer Tradition, seine Beschneidung am 1. Januar). Die Dänen stechen heraus, da sie den Festnamen am Kalender fest machen. Und die Deutschen? Die nennen ihr Lichterfest im Winter einfach Chanukkah!

Das hebräische Wort Chanukkah bedeutet Weihe. Es geht dabei um die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem nach der Entweihung durch die Griechen. Zur Weihung braucht man Olivenöl für den Leuchter und davon war nur noch so wenig da, dass es nur einen Tag gereicht hätte. Aber wie durch ein Wunder, hielt das Öl ganze acht Tage. So lange hat es gedauert, neues Öl zu besorgen.

Das ist in etwa so, wie wenn ihr morgens auf dem Smartphone noch 10% Batterie habt, aber es dennoch den ganzen Tag durchhält.

Warum ich das erzähle? Damit deutlich wird, dass nicht nur der Name fast gleich ist, auch die Bräuche von Weihnachten in Deutschland und Channukkah ähneln sich stark:

  • Datum: Beides wird am 25. des Monats gefeiert, der im jeweiligen Kalender üblicherweise in die Wintersonnenwende fällt. Also 25. Dezember oder 25. Kislev.
  • Abends: In den meisten Ländern wird am 25. tagsüber beschert. In Deutschland aber am 24. Abends. Jüdische Tage und damit auch Feiertage wie Chanukkah beginnen abends.
  • Kerzen 1: Die Chanukkah-Kerzen müssen ins Fenster gestellt werden, da ihr Zweck die öffentliche Verkündung des Chanukkah-Wunders ist. In Deutschen Haushalten werden zu Weihnachten die Fenster traditionell mit Kerzenständern und anderen Lichtern geschmückt.
  • Kerzen 2: Jeden Tag während des acht Tage andauernden Chanukkahfestes zündet man eine zusätzliche Kerze. Im Advent zündet man jeden Adventssonntag eine weitere Kerze.
  • Adventskalender: Auch hier werden die Tage gezählt, genau wie bei den acht Chanukkah-Kerzen.
  • Geschenke: Auch an Chanukkah bekommen die Kinder Geschenke oder einfach Chanukkah Gelt (mit t, weil es jiddisch ist) und man isst Karotten in Scheiben, die an Geldstücke erinnern sollen.
  • Familie: An Chanukkah feiert man mit der ganzen Familie. Jeder bekommt seinen eigenen Leuchter. Weihnachten ist ein Familienfest.
  • Glühwein: Zugegeben, eher eine zufällige Parallele. Juden trinken eigentlich zu jedem Anlass Wein.
  • Weihnachtsmann: Also, wenn Du mich fragst, sieht der aus wie ein Rabbi, dessen Klamotten rot gefärbt sind. Und daran ist ja nur Coca Cola (koscher) schuld (ich weiß, stimmt nicht). Und Bommelmützen tragen die Anhänger von Rabbi Nachman auch.
  • Messias: Das ist vielleicht ein wenig weit hergeholt. Aber hey, warum nicht, es geht schließlich um Religion, da ist argumentativ meist kein Weg zu weit. Chanukkah feiert das Olivenölwunder und das hebräische Wort Moschiach (Messias) bedeutet: Der Gesalbte. Die Salbung erfolgt mit Olivenöl.
  • Essen: Immer im Januar sind Frauen- und Männerzeitungen voll mit Diättipps. Im Rest des Jahres zwar auch, aber im Januar geht es im Besonderen darum, den sog. Weihnachtsspeck wieder los zu werden. An Chanukkah essen wir lauter in Öl gebratene oder gebackene Dinge: Kartoffelpuffer, Berliner (Pfannkuchen, Kreppel, etc.), gebratene Karottenscheiben (s.o.) und vieles mehr. Das Öl setzt sich dann im Körper gerne als Hüftgold ab.

Wie eng und vor allem, wie viel enger als andere Völker die Deutschen und die Juden bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts zusammengelebt haben, erahnt man, wenn man sich diese Parallelen ansieht. Nicht umsonst ist das alte hebräische Wort für Deutschland „Medinat Aschkenas“. Aschkenasen sind die nord- und osteuropäischen Juden.

Ich wünsche allen, die dieses Fest feiern, dass es besinnliche Tage werden, mit schönem Baum, sinnvollen Geschenken, wenig Streit und gutem Essen!

P.S.: Zugegeben, dieser Text erschien fast wortgleich bereits letztes, vorletztes, vorvorletztes und vorvorvorletztes Jahr, aber warum ihn so weit unten im Blog versauern lassen, wenn er doch heuer wieder so gut passt!

P.P.S.: Noch mehr Weihnachtsfunfacts gibt es auf Twitter!

Fun Facts zur Knessetwahl

  • Das bestimmende Thema des Wahlkampfes bei fast allen Parteien (außer Likud) war „Bibi verhindern.“
  • Eines der heißen Themen war die Legalisierung von Marihuana.
  • Briefwahl gibt es in Israel nicht. Nur Diplomaten und Soldaten im Dienst dürfen auch im Ausland wählen.
  • „Stark“ und „schwach“ waren die Schlüsselbegriffe der meisten Kampagnen.
  • Nur vier Parteien haben Vorwahlen (primaries) zur Bestimmung der Listenplätze abgehalten.
  • Es gibt vier Parteibündnisse bei dieser Wahl.
  • Eine Moderatorin und eine Hollywoodschauspielerin haben sich in den Wahlkampf eingemischt.
  • Twitter hat ein eigenes Icon für den Hashtag #IsraelElection2019 israel_generalelection_2019
  • Die Sperrklausel beträgt 3,25%.
  • Der Wahltag (Dienstag) ist ein landesweiter Feiertag. Es wird nicht am Wochenende gewählt.
  • Likud hat beschlossen, keinen Wahlkampf auf Russisch zu machen, um Liberman’s Partei „Israel Beiteinu“ (Unser Haus Israel) zu unterstützen und über die Sperrklausel zu retten. (Ausnahme: In Haifa gibt es auch russische Wahlplakate von Likud)
  • In der Wahlkabine wird kein Kreuz gemacht, sondern ein Zettel mit dem Kürzel der Partei in einen Umschlag gesteckt.
  • Es gibt keine Erst- und Zweitstimme und man wählt nicht den Premierminister direkt. Man wählt nur eine Partei.
  • 40 Parteien stehen 2019 zur Wahl, so viele wie noch nie.
  • Die Parteien geben nach der Wahl dem Präsidenten eine Empfehlung ab, wem er den Auftrag zur Regierungsbildung geben soll.
  • Es ist gesetzlich verboten, Göttlichen Segen gegen Stimmen im Wahlkampf zu versprechen oder Fluch für Stimmen für andere Parteien anzudrohen.
  • Viele Wahlumfragen wurden per SMS durchgeführt, was Teile der Bevölkerung ausschließt: Ultraorthodoxe können auf ihren Koscher-Telefonen keine SMS empfangen oder verschicken.

Merry X-Mas und frohe Y-Nachten 2018

weihnukka-kippa

Am vergangenen Sonntag haben die Christen in Deutschland ihre erste Adventskerze gezündet und wir unsere erste Chanukkah-Kerze. Wenn wir schon lange fertig sind, die achte Kerze abgebrannt ist und die Channukkiah wieder im Regal verstaut ist, zünden die Christen noch die dritte und vierte Kerze auf ihrem Adventskranz. Und dann ist endlich Weihnachten.

Ich wünsche daher schon jetzt allen, die es feiern, von ganzem Herzen: Frohe Weihnachten!

Diese Wünsche sind in vielen Fällen bitter nötig. Vor allem die Christlichen Gemeinden im Nahen Osten sind so sehr bedroht wie schon lange nicht mehr. Aber auch im ganz privaten Umfeld ist das Fest der Liebe oft auch ein Fest der Hiebe. Ich selbst bin wahrscheinlich ausschließlich deshalb Jude geworden, damit mir dieses Fest erspart bleibt.

Mein Freund Matthias antwortete mal auf die Frage, wie er und seine Familie denn Weihnachten feiern werden: Wir essen viel, streiten uns und schenken uns Dinge, von denen wir in spätestens zwei Wochen wissen, dass wir sie nie gebraucht haben. Also, so oder so ähnlich hat er es gesagt.

Und so ähnlich habe ich auch Weihnachten in meiner Kindheit in Erinnerung. Streit und Essen gab es quasi immer. Geschenke auch, um die es dann auch oft noch mehr Streit gab. Der Baum war hübsch, das Essen gut, immerhin.

Der Name des Festes ist interessant. Hier eine Tabelle in verschiedenen Sprachen:

Sprache Wort Bedeutung
Englisch
Christmas
Christus (Messias) Fest
Französisch Noël Geburtsfest
Spanisch Navidad Geburtsfest
Hebräisch (Chag HaMoled) חג המולד Geburtsfest
Italienisch Natale Geburtsfest
Dänisch Jul Germanischer Kalendermonat Dezember
Holländisch Kerstmis Christus (Messias) Fest
Deutsch Weihnachten Chanukkah

Die meisten Sprachen nennen das Weihnachtsfest nach dem, was der Überlieferung nach passiert ist: Der Messias (Christ) wurde geboren. Schließlich feiert man seinen Geburtstag (und acht Tage später, nach guter jüdischer Tradition, seine Beschneidung am 1. Januar). Die Dänen stechen heraus, da sie den Festnamen am Kalender fest machen. Und die Deutschen? Die nennen ihr Lichterfest im Winter einfach Chanukkah!

Das hebräische Wort Chanukkah bedeutet Weihe. Es geht dabei um die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem nach der Entweihung durch die Griechen. Zur Weihung braucht man Olivenöl für den Leuchter und davon war nur noch wenig da, aber wie durch ein Wunder, gerade genug für acht Tage. So lange hat es gedauert, neues Öl zu besorgen.

Warum ich das erzähle? Damit deutlich wird, dass nicht nur der Name fast gleich ist, auch die Bräuche ähneln sich stark:

  • Datum: Beides wird am 25. des Monats gefeiert, der im jeweiligen Kalender üblicherweise in die Wintersonnenwende fällt. Also 25. Dezember oder 25. Kislev.
  • Abends: In den meisten Ländern wird am 25. tagsüber beschert. In Deutschland aber am 24. Abends. Jüdische Tage und damit auch Feiertage wie Chanukkah beginnen abends.
  • Kerzen 1: Die Chanukkah-Kerzen müssen ins Fenster gestellt werden, da ihr Zweck die öffentliche Verkündung des Chanukkah-Wunders ist. In Deutschen Haushalten werden zu Weihnachten die Fenster traditionell mit Kerzenständern und anderen Lichtern geschmückt.
  • Kerzen 2: Jeden Tag während des acht Tage andauernden Chanukkahfestes zündet man eine zusätzliche Kerze. Im Advent zündet man jeden Adventssonntag eine weitere Kerze.
  • Adventskalender: Auch hier werden die Tage gezählt, genau wie bei den acht Chanukkah-Kerzen.
  • Geschenke: An Chanukkah bekommen die Kinder Geschenke oder einfach Chanukkah Gelt (mit t, weil es jiddisch ist) und man isst Karotten in Scheiben, die an Geldstücke erinnern sollen.
  • Familie: An Chanukkah feiert man mit der ganzen Familie. Jeder bekommt seinen eigenen Leuchter. Weihnachten ist ein Familienfest.
  • Glühwein: Zugegeben, eher eine zufällige Parallele. Juden trinken eigentlich zu jedem Anlass Wein.
  • Weihnachtsmann: Also, wenn Du mich fragst, sieht der aus wie ein Rabbi, dessen Klamotten rot gefärbt sind. Und daran ist ja nur Coca Cola (koscher) schuld (ich weiß, stimmt nicht). Und Bommelmützen tragen die Anhänger von Rabbi Nachman auch.
  • Messias: Das ist vielleicht ein wenig weit hergeholt. Aber hey, warum nicht, es geht schließlich um Religion, da ist argumentativ meist kein Weg zu weit. Chanukkah feiert das Olivenölwunder und das hebräische Wort Moschiach (Messias) bedeutet: Der Gesalbte. Die Salbung erfolgt mit Olivenöl.
  • Essen: Immer im Januar sind Frauen- und Männerzeitungen voll mit Diättipps. Im Rest des Jahres zwar auch, aber im Januar geht es im Besonderen darum, den sog. Weihnachtsspeck wieder los zu werden. An Chanukkah essen wir lauter in Öl gebratene oder gebackene Dinge: Kartoffelpuffer, Pfannkuchen, gebratene Karottenscheiben (s.o.) und vieles mehr. Das Öl setzt sich dann im Körper gerne als Hüftgold ab.

Wie eng und vor allem, wie viel enger als andere Völker die Deutschen und die Juden bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts zusammengelebt haben, erahnt man, wenn man sich diese Parallelen ansieht. Nicht umsonst ist das alte hebräische Wort für Deutschland „Medinat Aschkenas“. Aschkenasen sind die nord- und osteuropäischen Juden.

Ich wünsche allen, die dieses Fest feiern, dass es besinnliche Tage werden, mit schönem Baum, sinnvollen Geschenken, wenig Streit und gutem Essen!

P.S.: Zugegeben, dieser Text erschien fast wortgleich bereits letztes, vorletztes und vorvorletztes Jahr, aber warum ihn so weit unten im Blog versauern lassen, wenn er doch heuer wieder so gut passt!

P.P.S.: Noch mehr Weihnachtsfunfacts gibt es auf Twitter!

UFO Abwehr jetzt! Die Aliens kommen! 🛸 👽

88 positiv besetzen!

Als ich in der Schule war, in der Mittelstufe, da haben wir ausführlich alles über das Dritte Reich gelernt. Man kann nicht sagen, dass unsere Lehrer (bis auf einen oder zwei) irgend ein gutes Blatt an dieser Epoche gelassen hätten. In unseren Schulbüchern waren Wahlplakate der NSDAP abgedruckt, anhand derer uns die Rattenfängermethoden der Nazis erklärt wurden. Außerdem wurde eine HauptTeilschuld an der Misere dem Versailler Frieden, der die Deutschen so gedemütigt hatte und der desolaten wirtschaftliche Lage angehängt.

Außerhalb der Schule musste ich lernen, dass es eigentlich gar keine Nazis gab. Nach 45 waren die alle irgendwie sofort verschwunden und nur Nix-Gewusst-Haber und heimliche Untergrundkämpfer, die eigenhändig todesmutig Juden gerettet haben, waren noch da. Die Nazis waren ein Phänomen, dass irgendwie von außen gekommen sein muss und dann wieder verschwunden ist. Nicht umsonst glauben sogenannten „Truther“, dass die Nazis bis heute eine Militärbasis auf der Rückseite des Mondes betreiben. Auf dem Mond herrschen tagsüber Temperaturen von bis zu +127°C und in der Nacht bis zu -173°C, an den Polen sogar bis zu -247°C. Das passt doch gut: Die Nazis sind hirnverbrannte Arschlöcher mit eiskalter Seele.

Zwei Erklärungen für das Dritte Reich, die mir genügen mussten. Ein Großteil meiner Familie wurde also von Aliens, die von Versailler Wirtschaftsflüchtlingen angestiftet wurden, in Lagern industriell umgebracht.

In Chemnitz und anderen Teilen Sachsens marschieren die stolzen Enkel der HJ und BDM Hurrapatrioten von damals wieder mit dumpfer Gewalt durch die Straßen. Derweil geht es Deutschland jedoch wirtschaftlich so gut wie noch nie. Das „Wir schaffen das“ der Kanzlerin scheint zu stimmen! Gedemütigt wurden die Deutschen kürzlich zwar beim Feldzug WM-Ausflug in Russland (schon wieder), aber daran war ja der Ausländer schuld. Wo ist also das Problem?

Es bleibt also nur ein Schluss: Die Aliens avatarsuckssind zurück! Dieses Mal in blau. Baut also endlich eine Bundeswehr mit Weltraum-Abwehr-Einheit! Die Trumpsche „Space Force“ wird nicht vor 2020 fertig und die nächste Bundestagswahl ist schon ein Jahr später! Ob die Amis den Deutschen wieder aus der Patsche helfen, bleibt fraglich!

Holocaust-Witz

Es gibt Dinge, über die macht man keine Witze. Dazu gehört das Leid anderer. Aber es gibt Dinge, über die muss man Witze machen. Dazu gehört das eigene Leid, denn so wird es erträglicher.

In Israel und unter Juden weltweit gibt es daher furchtbar schreckliche Witze über den Holocaust. Geschmacklos und würdelos sind sie und das Lachen bleibt einem im Halse stecken, wie ein Jud…. Nein, den Satz führe ich nicht zu Ende.

Wenn ein Deutscher einen solchen Witz erzählt, dann gehört er angezeigt wegen Volksverhetzung. Und die Ausrede: „Aber die Juden erzählen solche Witze selbst!“ gilt nicht. Das ist übrigens genau der selbe Grund, warum sich Schwarze gegenseitig mit dem N-Wort ansprechen können und Weiße es nicht in den Mund nehmen dürfen.

Heute ist der Holocaust-Gedenktag in Israel. Was für einen besseren Tag gibt es für einen Juden und Nachkommen weggemordeter Juden, einen Holocaust-(Ausch)Witz zu erzählen?

Ein Holocaust-Überlebender stirbt im hohen Alter und tritt vor seinen Schöpfer. Er erzählt ihm einen Holocaust-Witz und lacht dabei lauthals. Gott spricht streng: „Mein Lieber, das ist nun wirklich überhaupt nicht witzig!“ Sagt der Überlebende: „Ach, Du hättest dabei sein sollen“

Und nun noch mal auf Englisch:

A holocaust survivor dies of old age and meets his maker in heaven. He tells him a holocaust joke and cracks up laughing. God says: „Listen, it’s not funny at all!“ The survivor replies: „Eh, you should have been there!“